Der Nachlass des Reinhold Emil Teschner

Am 08. August 2011 verstarb Reinhold Emil Teschner einsam in seinem Haus in Bad Harzburg.

Bad Harzburg ist eine Stadt im Landkreis Goslar im Süden Niedersachsens. Sie liegt am Nordrand des Harzes und ist ein anerkanntes Sole-Heilbad. Bad Harzburg ist hinter der Kreisstadt Goslar zweitgrößte Stadt im Landkreis Goslar.

Die Villa Waldtraut

Das Haus mit rund 600 m² Wohnfläche ist die ehemalig Pension Villa Waldtraut in der Amsbergstraße 14, keine 100 Meter vom Stadtpark entfernt. Sie ist stadtbildprägend und steht unter Denkmalschutz. Sie steht auf einem ca. 2.000 m² großen Grundstück in bester Wohnlage direkt neben dem „Niedersächsisches Internatsgymnasium Bad Harzburg“.

Reinhold Emil Teschner starb einsam

Die Polizei endekte gegen Abend den verstorben Reinhold Emil Teschner.

Seine „zweite“ Ehefrau Fredericke, geborene Müller,  verstarb kurz zuvor. Die gemeinsame Tochter  nahm sich tragischerweise 1981 mit 16 Jahren  das Leben. Die traumatisierten Eheleute setzten sich kurz darauf in einem gemeinsamen Testament gegenseitig als Erben ein. Fataler Weise gaben sie an, dass sie beide keine weiteren Kinder haben. Diese zweideutige Aussage sorgte später bei den Behörden für Verwirrung.

Weiter Verwandte leben in Ostdeutschland. Die wurden von der Stadt Bad Harzburg informiert. Es sind zunächst die Nichten und Neffen, Kinder seines Bruders, die vor Ort bekannt waren.

 

Er hinterlies seinen Erben das hier beschriebene Haus. Barvermögen gab es offensichtlich nicht. Es wurde suggeriert, dass das Erbe nur von geringem Wert sei. Aus diesem Grund lehnten alle Angehörigen aus Ostdeutschland das Erbe ab. Für die Stadt Bad Harzburg und das Nachlasgericht in Goslar war es klar: Es gab keinen Grund weiter zu suchen. Bereits 14 Tagen nach dem Tod beantragte Bad Harzburg per Fax am 29. August 2011 einen Nachlassverwalter beim Nachlassgericht in Goslar.

(Dokumente liegen als Beweis vor)

Das Amtsgericht beantwortete die Anfrage per Fax, dass ein Nachlassverwalter erst eingesetzt werden könne, wenn alle Erben ermittelt wurden und diese den Nachlass innerhalb von 6 Wochen ausschlagen würden. Bereits am 30. August stellte man feste:
„Nachlassrechtliche Vorgänge ermittelt!“

Am 31. August wurden alle im Osten lebenden Verwandte angeschrieben. Sie lehnten allsamt das anscheinend überschuldete und von geringem Wert den Nachlass, die Villa Waldtraut, ab. Der leibliche Sohn und direkte Erbe wurde übergangen!

Der leibliche Sohn aus erster Ehe

Reinhold Emil Teschner hatte, für die Behörden überraschend, einen leiblichen Sohn aus erster Ehe, Frank Arne Teschner, geb. 1958 in Frankfurt. Diese erste Ehe wurde im Jahre 1959 geschieden. Der Kontakt brach in den 60er Jahren endgültig ab. Reinhold Emil Teschner gründete in Bad Harzburg einen neue Familie und somit eine neue Existenz. Den Sohn aus erster Ehe informierten die Behörden, angeblich aus Unwissenheit, nicht. Vom Tod seines Vaters erfuhr Frank Arne Teschner erst im Januar 2014, dies per Zufall durch einen Erbaufruf im Internet.

(Dokumente liegen als Beweis vor)

Auch zu Lebzeiten hatten sich kein Betreuer die Mühe gemacht, den leiblichen Sohn über die Situation in Bad-Harzburg und den Pflegezustand seines Vaters zu informieren. Dies in Zeiten von modernen Medien, zentralen Melderegistern und sozialen Netzwerken.

Der Staat als „Scheinerbe“?

Am 19. März 2014 wurde dem Sohn das rechtmäßige Erbe zugesprochen. Er erhielt den amtlichen Erbschein. Leider wurde die Villa Waldtraut bereits an einem ortsansässigen Investor für 40.000,00 € verkauft. Abzüglich noch offener Verbindlichkeiten zahlte man Frank Arne Teschner rund 12.000,00 € aus. Eine Rückabwicklung wurde gar nicht erst in Erwägung gezogen, obgleich sich noch nichts an der Bausubstanz des Gebäudes geändert hatte.